Eichhörnchen und Kaninchen in Wiesbaden

 

 

 

 

Eichhörnchen

 

Als Auffangstelle des Eichhörnchen-Notrufs ziehe ich Eichhörnchenbabys auf, bis sie so weit sind, daß sie in ein Auswilderungsgehege umziehen können. Dies mache ich ehrenamtlich für den Raum Wiesbaden und Mainz.

Sollten Sie ein Eichhörnchenbaby finden, so ist das natürlich erstmal ein wirklich niedliches Tierchen, aber die Aufzucht erfordert einiges an Herzblut und Arbeit. Wenn Sie das Tier selbst aufziehen wollen, benötigen Sie unweigerlich einen Grundstock an Utensilien, die natürlich Geld kosten und deren Anschaffung sich nur lohnt, wenn Sie beabsichtigen, häufiger Eichhörnchen aufzuziehen. Wenn es aber ein Zufallsfund war, ist die Wahrscheinlichkeit dafür nicht sonderlich groß.

Die Liste der Dinge ohne die es nicht geht, umfaßt folgendes:

Gegenstand Sinn PreisWoher?
Einwegspirtzen, 2mLFütterungeinige CentApotheke
SaughilfenFütterung sehr kleiner Babysca. 3 Euroebay, amazon, gute Zoogeschäfte
AufzuchtsmilchFütterungca. 8 EuroTierärzte, gute Zoogeschäfte
Sab SimplexVorbeugung von Blähungenca. 5 EuroApotheken, Tierärzte
Wärmekissen, snuggle safeVerhinderung von Auskühlung sehr kleiner Babysca 15 Euroebay, zooplus, Drogerien (Heizkissen)
Käfig, Voliere (Achtung, geringen Gitterabstand wählen!)Bewegungca 50-100 Euroam besten ebay (Preis!)
Fleecedecken, Handtücher (glatt, kein Frottee!)damit sies warm und weich habenwenige Eurohat man evtl sogar da

 

Gerade der Käfig schlägt gut zu Buche, aber auch mit dem Rest der Grundausstattung ist man mit deutlich mehr als 100 Euro dabei.

Hinzu kommt die Tatsache, daß gerade die kleinen Babys alle 2 Stunden gefüttert werden müssen, auch nachts! Wenn man arbeitet, kann man die Aufzucht somit getrost vergessen und sollte das Tier in die Hände einer Auffangstelle geben.

Sicherlich aber haben alle Auffangstellen mal mit einem Eichhörnchenbaby angefangen, wer dies gerne machen will und bereit ist, seine eigenen Bedürfnisse (wegfahren, Urlaub, Arbeit, Schlaf, Ausgehen, freie Zeitgestaltung) dafür hintenanzustellen, der soll hiermit nicht abgeschreckt sein!

Die erste Motivation sowas zu machen, ist bestimmt auch der Niedlichkeit von Eichhörnchen zu verdanken, aber man stellt doch schnell fest, daß dies als einzige Motivation nicht ausreicht. Es gibt sie zwar, die "niedlichen" Momente, aber was überwiegt, sind Sorgen (warum nimmt es nicht zu, warum mag es die Milch nicht, entwickelt es sich auch richtig?) und Arbeit. Die Kosten ersetzt einem auch keiner, und sie können erheblich werden. Sei es die Herumfahrerei, das Hörnchenabholen und Wegbringen oder das eigene Auswilderungsgehege.

Und was nicht ausgeklammert werden darf, ist die Tatsache, daß manches Eichhörnchenbaby einem unter den Händen wegsterben wird. Sturzverletzungen müssen nicht sichtbar sein, wenn Gehirnblutungen oder Schäden an der Wirbelsäule entstanden sind, kann das Tier zunächst völlig normal wirken, bekommt aber innerhalb von Stunden neurologische Ausfallerscheinungen, wenn zb eine Schwellung im Gehirn entsteht.

Es ist jedesmal ein trauriger Moment, wenn klar wird, daß ein Hörnchen es nicht schafft. Auch diese Augenblicke gehören aber dazu. Wer da nicht ausreichenden Idealismus und Kraft aufbringt, wird das Aufziehen nicht lange durchhalten.

Neben der körperlichen (durch Schlafentzug) Belastung kommt also auch eine seelische Belastung hinzu. Man sollte sich vorher überlegen, ob man sich dem Päppeln mit allen Konsequenzen stellen will - auch der unvermeidlichen Trennung nach wenigen Wochen, wenn das Tier reif zur Auswilderung ist und man diesen niedlichen Gesellen, dem man viele viele Stunden gewidmet hat, nie wiedersehen wird.

Das Päppeln ist gut fürs Hörnchen - aber nicht unbedingt gut für den Päppler. Man muß bereit sein, die persönlichen Befindlichkeiten zurückzustellen. Dann ist es aber eine der wertvollsten Arten, seine Lebenszeit zu opfern - wie ich finde!

Shazadi | webmaster@wanumbai.de